Pflanzenschutzkalender — Ziergarten – Oktober 2017

Aktuelle Pflanzenschutzprobleme- und Maßnahmen – Oktober
Auszüge aus dem Buch „Mein gesunder Ziergarten“

Neupflanzung der Ziergehölze

Nur „heimische“, Klima angepasste Pflanzenarten verwenden!

Eine Gartenneuanlage sollte nicht nur unter visuell-ästhetischen Gesichtspunkten durchgeführt werden. Alle Pflanzen haben spezifische Anforderungen an ihren Standort (Klima, Boden, Licht, Wasser, Nährstoffe, ph-Wert, benachbarte Pflanzen usw.). Je besser diese Faktoren berücksichtigt werden, desto größer und dauerhafter ist die Freude am Garten und desto weniger Probleme, auch im Bereich des Pflanzenschutzes, entstehen bei dessen Pflege.

Resistente bzw. zumindest widerstandsfähige / tolerante Sorten bevorzugen!

Bei jeder Pflanzengattung und Pflanzensorte gibt es unterschiedliche Empfindlichkeiten gegen unbelebte Stressfaktoren und belebte Gegenspieler wie Krankheiten und Schädlinge. Ein Kompromiss zwischen den Vor- und Nachteilen einer gepflanzten z.B. Rosen- oder Rhododendronsorte muss bewusst getroffen und darf nicht dem Zufall überlassen werden.
Bei Neupflanzung sollten resistente bzw. weniger empfindliche Sorten bevorzugt werden.

Die Ruheperiode der Vegetation ist die beste Zeit für die Neupflanzung der Gehölze!

Laubgehölze und die schon im Herbst aus der Baumschule geholten Koniferen sollten nach Möglichkeit im Spätherbst (November) gepflanzt werden. Die Pflanzung im Frühjahr ist auch möglich, ganz besonders dann, wenn sie noch während der Ruheperiode, das bedeutet, vor dem Beginn des Austriebes durchgeführt wird. Die Voraussetzung des Erfolges ist aber, dass die Pflanzen im Winter nicht übermäßig ausgetrocknet sind. Dies ist eher dann zu befürchten, wenn die Gehölze nicht einzeln, sondern zu mehreren zusammengebunden im Erdreich des Verkaufsstandortes zu finden sind. Dies lässt vermuten, dass nicht alle Wurzeln im Winter durch die Erde lückenlos umgehüllt waren, was das Austrocken und folglich sogar das Erfrieren fördern konnte.

Keine Kompromisse bei der Qualität und Gesundheit des Pflanzenmaterials!

Nur gesundes Pflanzenmaterial sollte verwendet werden. Markenqualität und ein guter Ruf der Baumschule bringt Sicherheit. Wer hier an der falschen Stelle spart, kann oft unangenehme Überraschungen erleben.

Eine Standortvorbereitung sichert den Erfolg!

Bäume und Sträucher dürfen nicht durch kleine, mit sehr guter Erde gefüllte Pflanzlöcher „verwöhnt“ werden. Die Bäume sollten von Anfang an „gezwungen“ werden, nach den Nährstoffen zu suchen und ihre Wurzelsysteme so schnell und so breit wie möglich auszubauen. Je größer die Pflanze ist und je länger sie an ihrem Standort bleiben soll, desto gründlicher (tiefer, breiter) muss der Boden vor der Bepflanzung vorbereitet werden. Das Pflanzloch sollte zumindest doppelt so tief und breit sein, wie das Wurzelwerk ausgehoben wird. Der Untergrund des Pflanzloches sollte gut gelockert werden.
Ein Baumpfahl verhindert die windbedingten Bewegungen des Baumes, die zum Abreissen der Haarwurzeln führen können.

Der Schnitt der Gehölze nach der Pflanzung ist notwendig!

Jede Umpflanzung ist unwiderruflich mit Verletzungen der Wurzel oder zumindest mit der Reduzierung ihrer Aufnahmefähigkeit und folglich mit der Störung des Wasserhaushaltes verbunden.
Damit die durch die Überwinterung sowieso schon „strapazierte“ Pflanze nicht mehr Wasser durch die Verdunstung abgibt, als sie mit ihrem noch nicht angewachsenen Wurzelsystem aufnehmen kann, sollte die Verdunstungsfläche (Triebe, Blätter) durch Schnitt reduziert werden. Lieber ein starker als ein zu schwacher Schnitt, lautet dabei die Devise.

Wühlmäuse!

Bei Neupflanzungen von Bäumen und Sträuchern in Wühlmaus gefährdeten Regionen sollten diese am besten in „Wühlmauskörbe“ aus Maschendraht gepflanzt werden.

Die Pflanzung!

Die Wurzeln sollen im Pflanzloch regelmäßig verteilt werden. Da sich der Boden nach der Pflanzung noch setzen wird, sollten die Gehölze etwa 5 cm höher gepflanzt werden, als sie in der Baumschule gestanden haben, um im Endeffekt die gleiche Tiefe zu erreichen.

Nach der Pflanzung reichlich gießen!

Nach dem Pflanzen und dem Schnitt soll das Wurzelsystem durch reichliches Gießen verschlammt werden.
Eine „Gießmulde“ um das Pflanzloch erleichtert das Gießen.

Die Wurzeln wachsen breiter als die Krone!

Das Gießen oder später auch das Düngen sollte am äußeren Rand des Wurzelsystems erfolgen, was zu einer noch breiteren „Penetration“ durch die Wurzel anregt. So behandelte Bäume und Sträucher werden widerstandsfähiger gegen unterschiedliche Stressfaktoren als die schon von Anfang an „verwöhnten“ und dadurch mit einem schwachen Wurzelsystem ausgestatteten Artgenossen.